NduguMit 19 besuchte er die oft zitierte „berühmteste Universität des Jazz“.
Seine Aufenthalt dort währte allerdings nur wenige Wochen, nicht länger als einen Monat, Oktober 1971.
Dann feuerte ihn der Rektor. Er hatte dessen Anweisung nicht befolgt, erst am letzten Tag - zu spät. Einer seiner Assistenten gab die Begündung:
„Wenn Miles etwas von dir will, dann fackelt man nicht lange - man macht es!“
Er hatte seinen drumset einfach nicht so gestimmt, wie der Meister es wollte.
Ndugu war bei ihm nur eine Europa-Tournee vergönnt, dann war Schluss für den Nachfolger von Jack deJohnette und Vorgänger von Ramon „Tiki“ Fulwood und Al Foster auf dem Posten des Schlagzeugers in der Miles Davis Group.
Wie so viele hat er die Zeit später schön geredet, er habe ja soviel gelernt und „witzigerweise wurden Miles und ich dann doch gute Freunde“.
Außerdem folgten renommierte Jobs sonderzahl: eine Gastrolle bei Herbie Hancocks „Mwandishi“, bei Weather Report, acht Jahre bei George Duke, und auf einem der meistverkauften Alben aller Zeiten, Michael Jacksons „Thriller“ (1982), ganz zu schweigen von Santana, Eddie Harris, Freddie Hubbard, Patrice Rushen, Stanley Clarke…
Wo Funk, so schien es lange Jahre, da war Leon „Ndugu“ Chancler.
Häufig auch im Kontrollraum, als Produzent, u.a. bei Tina Turners „Private Dancer“ (1984), bei Frank Sinatra, Lionel Richie, Kenny Rogers u.a.
Zuletzt lehrte Leon Chancler, geboren am 1. Juli 1952, in Shreveport/Louisiana, an der University of Southern California.

Am 3. Februar 2018 erlag er einem Krebsleiden. Er wurde 65 Jahre alt.

erstellt: 04.02.18
©Michael Rüsenberg, 2018. Alle Rechte vorbehalten

 


 

31. Best Improvised Jazz Solo
• Can't Remember Why
      Sara Caswell, soloist
      Track from: Whispers On The Wind (Chuck Owen And The Jazz Surge)

• Dance Of Shiva
      Billy Childs, soloist
      Track from: Rebirth

• Whisper Not
      Fred Hersch, soloist
      Track from: Open Book

• Miles Beyond
      John McLaughlin, soloist
      Track from: Live @ Ronnie Scott's (John McLaughlin & The 4th Dimension)

• Ilimba
      Chris Potter, soloist
      Track from: The Dreamer Is The Dream

32. Best Jazz Vocal Album

• The Journey
      The Baylor Project

• A Social Call
      Jazzmeia Horn

• Bad Ass And Blind
      Raul Midón

• Porter Plays Porter
      Randy Porter Trio With Nancy King

• Dreams And Daggers
      Cécile McLorin Salvant

33. Best Jazz Instrumental Album

• Uptown, Downtown
      Bill Charlap Trio

• Rebirth
      Billy Childs

• Project Freedom
      Joey DeFrancesco & The People

• Open Book
      Fred Hersch

• The Dreamer Is The Dream
      Chris Potter

34. Best Large Jazz Ensemble Album

• MONK'estra Vol. 2
      John Beasley

• Jigsaw
      Alan Ferber Big Band

• Bringin' It
      Christian McBride Big Band

• Homecoming
      Vince Mendoza & WDR Big Band Cologne

• Whispers On The Wind
      Chuck Owen And The Jazz Surge

35. Best Latin Jazz Album

• Hybrido - From Rio To Wayne Shorter
      Antonio Adolfo

• Oddara
      Jane Bunnett & Maqueque

• Outra Coisa - The Music Of Moacir Santos
      Anat Cohen & Marcello Gonçalves

• Típico
      Miguel Zenón

• Jazz Tango
      Pablo Ziegler Trio


 

Die Spielstättenprogrammprämie, die regionale, kleinere Schwester von APPLAUS, wird auch in diesem Jahr wieder vergeben.
Acht Prämien in Höhe von je 5.000 Euro erhalten diesmal das Loft/2nd Floor (Köln), das ZAKK (Düsseldorf), der Bunker Ulmenwall (Bielefeld), die Jazzschmiede (Düsseldorf), das Werkstadt Café Treff (Witten), der ort/Peter Kowald Gesellschaft e.V. (Wuppertal), In Situ Art Society e.V. (Bonn) und das domicil (Dortmund).
Die Auszeichnung wird vom Landesmusikrat NRW initiiert und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft finanziert.

erstellt: 05.01.18
©Michael Rüsenberg, 2017. Alle Rechte vorbehalten


Josephine Bode by Helmut Berns Wo wird nicht überallel um eine Frauenquote gerungen?
Im Schatten des Moers Festivals - nicht auf diesem selbst - ist das seit 10 Jahren kein Thema. Da wird solange schon kein Aufhebens darüber gemacht, dass nach einem Improviser In Residence, maskulin, ein Improviser In Residence, feminin, folgt, bzw. umgekehrt. Es wird als Regelung nicht mal in alle Welt posaunt.
Gerade wird der 11. Wechsel vollzogen: auf John Dennis Renken, tp, folgt Josephine Bode, 35, geboren in Oldenburg, aufgewachsen in Münster, seit dem Studium in Amsterdam lebend.
Sie wird ein Jahr in Moers wohnen und wirken, unterstützt von der Kulturstiftung NRW.
Frau Bodes Hauptinstrument ist die Blockföte.
Und wer jetzt an Waldorfschule denkt, dem sei ihr Ruf entgegengehalten, der jetzt auch in Moers wieder herhalten muss, ihr Ruf als "Lady Gagy der Blockflöte".
Das klingt ziemlich bescheuert, aber seriöser ist folgender Teil der Meldung:
"Sie nutzt neue Technologien wie real time 3D Grafiken oder Laser-Technologie und arbeitet hierzu eng mit Software-Entwicklern und Licht-Designern zusammen.
Zu ihren aktuellen Projekten gehört die Art-Rock-Band Jerboah, das Trio aXolot (Blockflöten-Konsort, Alte und Zeitgenössische Musik) und das Rutger Muller Ensemble (Avantgarde Ambient Techno mit Real Time Visuals)".
Well done, Madame Recorder.
Durch eine Augenerkrankung verfügt sie nur über eingeschränkte Sehkraft und will auch das zum Thema ihres Aufenthaltes in Moers machen.
Dazu zählt als Höhepunkt immer auch ein Auftritt beim nächsten Moers Festival.
Am Samstag, 27.01, übernimmt sie das Amt von Renken (Kammermusiksaal der Musikschule, Filder Str.126, Moers, 20 Uhr).

Foto: Helmut Berns

erstellt: 17.01.18
©Michael Rüsenberg, 2018. Alle Rechte vorbehalten


Zunächst war da … der Schnäuzer.

Gerade erst hatte ein anderer John, ein sehr glatt rasierter, die Grenzen des Genres verschoben, da musste sich die Jazzrock-Gemeinde an den nächsten John gewöhnen.
JOhn AbercormbieAn den mit dem Schnäuzer; sehr dunkel eingangs, später in unmerklichen Veränderungen, ins in Graue, ja ins Schlohweiße sich tönend.

Und man ist versucht, den langen Bogen dieser Farbausbleichung ins Analog zu setzen zu den gestreckten Linien seiner Soli, die sich doch sehr von dem staccato des anderen John absetzen.

Obwohl, anfangs, bei Barry Miles 1972 beispielsweise, später auch bei Billy Cobham, hatte dieser John das kurze feedback, die schreienden Linien durchaus auch im Programm.
Dies gilt vor allem für sein erstes eigenes Album, „Timeless“, 1974, ein ganz großer Wurf, nomen est omen, ein zeitloser Jazzrock.
Mindestens zwei Stücke zucken McLaughlin-esk, „Lungs“ und vor allem „Red Orange“, beide geschrieben von Jan Hammer. Wenn heute Hudson sich in die Nachfolge von Tony Williams Lifetime (1969) stellt, möchte man darüber lachen: John Abercrombie, 1974, mit der nervösen Hammer-Orgel im Nacken - das war Lifetime-Nachfolge!
Das Album enthält in nuce alles, was in Jahrzehnten später hinzutrat:

den „akustischen“ Gitarristen („Love Song“  und „Remembering), den Jim Hall-Einfluss in „Ralph´s Piano Waltz“, hier mit Orgel statt Piano gespielt, ein Stück, das über Jahre immer mal wieder hervorholte.
Mag er auch den Synthesizer gelegentlich hinzugeschaltet haben - sein Ton wurde schlanker; in Quartetten (u.a. mit Peter Erskine, Marc Johnson, zuletzt Marc Copland, Drew Gress und Joey Baron), im Orgeltrio (mit Dan Wall), immer mal wieder mit Jack DeJohnette.

In kleinen Besetzungen fühlte er sich wohl.
Geboren am 16. Dezember 1944 in Port Chester/NY, fand er über den Gitarristen Barney Kessel zum Jazz. Er hat relativ lange am Berklee College of Music in Boston studiert, 1962-67. 1969 zog er nach New York und gehörte alsbald zu Dreams, einer Vor-Gruppe der Brecker Brothers.
Neben fast 40 Alben als leader hat er auf zahlreichen als sideman mitgewirkt, von Gato Barbieri bis Kenny Wheeler.
Er hat eine distinktive Stimme auf seinem Instrument.
Im Frühjahr hatte er einen Schlaganfall erlitten, am 22. August 2017 ist John Laird Abercrombie an Herzversagen gestorben, er wurde 72 Jahre alt.

erstellt: 23.08.17
©Michael Rüsenberg, 2017. Alle Rechte vorbehalten