Best Improvised Jazz Solo

SOME OF THAT SUNSHINE

Regina Carter, soloist

Track from: Some Of That Sunshine (Karrin Allyson)

DON'T FENCE ME IN 

John Daversa, soloist

Track from: American Dreamers: Voices Of Hope, Music Of Freedom (John Daversa Big Band Featuring DACA Artists)

WE SEE
Fred Hersch, soloist

DE-DAH
Brad Mehldau, soloist

Track from: Seymour Reads The Constitution! (Brad Mehldau Trio)

CADENAS

Miguel Zenón, soloistTrack from: Yo Soy La Tradición (Miguel Zenón Featuring Spektral Quartet)

Best Jazz Vocal Album

MY MOOD IS YOU

Freddy Cole

THE QUESTIONS

Kurt Elling

THE SUBJECT TONIGHT IS LOVE
Kate McGarry, Keith Ganz, Gary Versace

IF YOU REALLY WANT

Raul Midón With The Metropole Orkest Conducted By Vince Mendoza

THE WINDOW
Cécile McLorin Salvant

Best Jazz Instrumental Album

DIAMOND CUT

Tia Fuller

LIVE IN EUROPE

Fred Hersch Trio

SEYMOUR READS THE CONSTITUTION!

Brad Mehldau Trio

STILL DREAMING

Joshua Redman, Ron Miles, Scott Colley & Brian Blade

EMANON

The Wayne Shorter Quartet

Best Large Jazz Ensemble Album

ALL ABOUT THAT BASIE

The Count Basie Orchestra Directed By Scotty Barnhart

AMERICAN DREAMERS: VOICES OF HOPE, MUSIC OF FREEDOM
John Daversa Big Band Featuring DACA Artists

PRESENCE

Orrin Evans And The Captain Black Big Band

ALL CAN WORK

John Hollenbeck Large Ensemble

BAREFOOT DANCES AND OTHER VISIONS

Jim McNeely & The Frankfurt Radio Big Band

Best Latin Jazz Album


HEART OF BRAZIL

Eddie Daniels

BACK TO THE SUNSET

Dafnis Prieto Big Band

WEST SIDE STORY REIMAGINED

Bobby Sanabria Multiverse Big Band

CINQUE

Elio Villafranca

YO SOY LA TRADICIÓN

Miguel Zenón Featuring Spektral Quartet


 

Die Gleichbehandlung von Jazzmusikern und -Innen, seit dem vergangenen Jahr als Forderung massiv im Fokus, in Moers wird sie seit 2008 praktiziert. In nahezu geräuschloser Selbstverständlichkeit.
Nicht auf der Hauptbühne, aber auf dem ganzjährigen Vorfeld. 12 Monate wird eine improvisierende Person von der Kulturstiftung NRW unterstützt, um in der Stadt zu leben und die Bewohner von den musikalischen Vorzügen dieser Lebenspraxis zu überzeugen.
Moers Emilio Gordoa
Soeben ist zum elften Male die Übergabe des Staffelstabes erfolgt: von der Flötistin Josephine Bode auf den Vibraphonisten Emilio Gordoa.
Er wurde 1987 in Mexico City geboren und lebt seit 2012 in Berlin.
Er ist Improviser in Residence 2019.

Was ihm am Niederrhein vorschwebt, geht aus dem Foto von der heutigen Pressekonferenz hervor;  er will vor aller Ohren seinem Instrument mehr entlocken als „nur schönen Klang“, so Gordoa heute im Pressegespräch.
Tim Isfort, künstlerischer Leiter des Festivals, betonte, dass mit Emilia Gordoas Residency Klischees aufgebrochen werden, die dem Vibraphon als Klanggeber im Jazz anhaften.
Mögen es alle hören.

erstellt: 10.01.19
©Michael Rüsenberg, 2019. Alle Rechte vorbehalten

 


Wolfgang Schluter 1

Ein Bild, ein Klang, die in Erinnerung bleiben:
drei ältere Herren bahnen sich ihren Weg an Buchregalen und Zuhörern vorbei auf den letzten freien Fleck zu.
Michael Naura (1934-2017) und Wolfgang Schlüter, schlohweiß, bärtig, kugelrund, wie Kinder sich freundliche Seebären vorstellen, Peter Rühmkorf (1929-2008), mit dem scharf geschnittenen Profil eines weisen Indianers.

In Jahrzehnten gewachsene Routiniers einer Gattung, von der manche behaupten, dass sie schon lange tot sei: Lyrik & Jazz.
Nur, sie hatten dabei nicht Naura, Schlüter & Rühmkorf auf der Rechnung.
Zu diesem Zeitpunkt, in einer Kölner Buchhandlung irgendwann in den 90ern, betrieben die drei ihre Kunst schon seit 30 Jahren. Ihr Vortrag war, wie ein späterer WDR-Redakteur und Gourmet zu sagen pflegte, „gut abgehangen“.
Die drei brauchen keine Anlage; das Wort greift nach dem Ton, der Ton angelt sich das Wort - eine Lektion in vermeintlich versunkenem Kulturgut.
Schlüter und Naura kannten sich seit 1953 in Ost-Berlin, da war der Ältere, weil er sich einer Verletzung wegen für das Paukenfach nicht eignete, unter dem Eindruck von Lionel Hampton und Milt Jackson gerade zum Vibraphon gewechselt. An der Seite von Naura wechselte er 1956 nach Hamburg.
Am Vibraphon blieb er - der den Bereich „Free“ Gunther Hampel überließ - über Jahrzehnte eine erste Adresse für erstaunlich vielen Gelegenheiten: von der NDR Big Band, Kurt Edelhagen, Paul Kuhn und Peter Herbolzheimer, ja auch James Last (1985), bis zu Peter Giger´s Family Of Percussion und Volker Kriegel.
1985 bekam er eine Professur an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, für 2019 hatte er noch Pläne für sein Quartett plus Streicher.
2013, zu seinem Achtzigsten, erschienen seine Lebenserinnerungen „A One, Two, Three, Four…“ als Book On Demand.
Wolfgang Schlüter, geboren am 12.11.1933 in Berlin-Prenzlauer Berg, starb an den Folgen eines Schlaganfalles an seinem 85. Geburtstag, am 12.11.2018 in Hamburg.
Er lebte, wie sein Label mitteilt, nach einem Motto von Peter Rühmkorf „Bleib erschütterbar und widersteh´“ - dasselbe konnte man auch über seinen Freund Naura sagen.

erstellt: 13.11.18
©Michael Rüsenberg, 2018. Alle Rechte vorbehalten


 

uli schererSofort kommt dieses Bild wieder hoch: Festival „post this - neo that“, 1990 oder 1991 in der Philharmonie Köln:
AM4, dem Namen zum Trotz drei Musiker, raumgreifend auf der großen Bühne.
Uli Scherer, p, Linda Sharrock, voc, Wolfgang Puschnig, as, fl, in der vierten „Rolle“, unsichtbar für das Publikum, ein Sampler, der seine Runden zieht.
Das Programm: gestreichelte, gedehnte Balladen, viel rubato.
Etwa im gleichen Zeitfenster, Stadtgarten Köln: dieselben Menschen plus Jamaaladeen Tacuma, bg, in einer Hektik aus Blech & Beat, ausgelöst durch vier Perkussionisten aus Korea - Red Sun & Samul Nori.

Mehr als eine Dekade waren einem Scherer & Puschnig schon vertraut, seit sie 1977 gemeinsam mit Matthias Rüegg das Vienna Art Orchestra gegründet hatten. Scherer blieb bis 1997 dabei.
Er stammte aus Villach in Kärnten, in Wien hat er studiert, dort und in St. Gallen hatte er späteer Lehraufträge. Und in den speziellen Wiener Kreisen jener Jahre kam er an Ernst Jandl (1925-2000) nicht vorbei (was auch heute noch für manchen seiner Kollegen gilt).
Mit Jandl erhielt er 1988 den Deutschen Kleinkunstpreis in Mainz, 1990 folgte der Kulturpreis der Stadt Aargau/CH und 1996 der Kulturpreis seiner Heimatstadt Villach (Foto).
In den letzten Jahren verlegte er sich mehr auf Theatermusik an Bühnen in der Schweiz und Österreich.
Der Landeshauptmann von Kärnten nennt ihn zurecht „ein Aushängeschild, das weit über die Grenzen Kärntens Spuren hinterlassen hat“.
Es sind Spuren eines Kärtners, denen man gerne folgen mag.
Uli Scherer, geboren am 26. März 1953 in Villach, verstarb Ende November 2018 (der genaue Todestag ist keiner Quelle zu entnehmen). Er wurde 65 Jahre alt.

erstellt: 04.12.18
©Michael Rüsenberg, 2018. Alle Rechte vorbehalten


 

Aufatmen am Niederrhein: der Zuschuss des Bundes für das Moers Festival in Höhe von jährlich 150.000 Euro läuft 2019 nicht aus, sondern wird vom nächsten Jahr an auf 250.000 Euro aufgestockt.
Zum Jubiläum, dem 50. Moers Festival (2021) sollten es sogar 400.000 Euro sein.
Moers logo 2019
Die positive Entwicklung wird insbesondere den Bemühungen der Moerser Bundestagsabgeordneten Kerstin Radomski, CDU (sic!), sowie ihrem langjährigen Vorgänger Siegmund Ehrmann, SPD, zugeschrieben.
Festivalchef Tim Isfort leitet daraus zwei Aufgaben ab; die eine - in kuratorischem Neu-Sprech - „nicht nur ein gewachsenes Ereignis zu verwalten, sondern weiter neue Impulse zu setzen, Normalitätserwartungen zu hinterfragen, dem Andersartigen und dem Unerhörten eine Bühne zu geben - gerade im Heute und Jetzt, mit allen schrecklichen politischen Entwicklungen."
„Auf der pragmatischen Seite“ bedeute die Zusage aus Berlin für ihn Planungssicherheit über mehrere Jahre, „.dh. auch künstlerische besondere Projekte endlich von langer Hand vorbereiten und realisieren können“.

erstellt: 13.11.18
©Michael Rüsenberg, 2018. Alle Rechte vorbehalten