Vokal: Fola Dada
Holzblasinstrumente: Gebhard Ullmann
Blechblasinstrumente: Shannon Barnett
Piano / Keyboards: Pablo Held
Gitarre: Ferenc Snétberger
Bass: Robert Landfermann
Schlagzeug / Perkussion: Oliver Steidle
Besondere Instrumente: Aly Keïta
Künstler des Jahres: Charlotte Greve
Band des Jahres: Punkt.Vrt.Plastik
Großes Ensemble des Jahres: Trickster Orchestra
Blasinstrumente international: Emile Parisien
Piano / Keyboards international: Sylvie Courvoisier
Saiteninstrumente international: Linda May Han Oh
Schlagzeug / Perkussion international: Marilyn Mazur
Künstler des Jahres international: Michael Mayo
Band des Jahres international: Sons of Kemet
Album Instrumental des Jahres: Nils Wogram – Muse
Album Vokal des Jahres: Efrat Alony – Hollywood Isn´t Calling
Debüt-Album des Jahres: Magro – Trippin
Rundfunkproduktion des Jahres: WDR 3 / States of Play: Sonifikation
Album Instrumental des Jahres international: Charles Lloyd & the Marvels – Tone Poem
Album Vokal des Jahres international: Gretchen Parlato – Flor
Debüt-Album des Jahres international: Tijn Wybenga & AM.OK – Brainteaser
Spielstätte des Jahres: Stadtgarten Köln
Festival des Jahres: XJAZZ! Festival
Komposition des Jahres: Rebecca Trescher – Paris Zyklus | The Spirit of the Streets
Arrangement des Jahres: Tilo Weber – Se la mia morte brami
Journalistische Leistung: Andrian Kreye
Lebenswerk: Ernst-Ludwig Petrowsky
Sonderpreis der Jury: Sebastian Gramss‘ HARD BOILED WONDERLAND – Music Resistance
Wer die Preisverleihung zum Deutschen Jazzpreis 2022 schaut, tut das immer noch mit Genugtuung, dass dadurch die Zeiten des Echo Jazz überwunden sind.
Die Aufgeregtheiten der Premiere im vergangenen Jahr sind reduziert, die Dauer sogar um die Hälfte, ohne dass man sagen könnte, die Feier habe schon eine Form gefunden.
Ein Schwenk in die nicht voll besetzten Metropol-Theater-Ränge in Bremen widerspricht der Beobachtung der Co-Moderatorin Hadnet Tesfai („die deutsche Szene hat sich ´rausgeputzt): Nominierte, Preisträger und Entourage flezen sich im üblichen Räuberzivil, pardon casual look.
Die meisten Ausgezeichneten werden zügig im Videoschnitt durchgeblättert, nur wenige müssen sich dem Risiko stellen, auf der Bühne gaanz plötzlich Dankeschön zu müssen.
Emile Parisien, der wohl eloquenteste Sopransaxophonist des Jazz der Gegenwart, schlittert auf diesem Gebiet einher. In seinem Wortstrudel klingt noch das Drei-Buchstaben-Label an, das ihn vertritt und welches früher auf Auszeichnungen abonniert war.
Der Deutsche Jazzpreis hat mit dieser Echo-Unsitte gebrochen, manchen Entscheidungen von Vor- und Hauptjury ist sogar eine Portion Mut nicht abzusprechen:
Robert Landfermann als Bassis des Jahres, (im Vorjahr war er noch Eva Kruse unterlegen), Punkt.Vrt.Plastik als „Band des Jahres“ - chapeau!
Der Deutsche Jazzpreis betont und belohnt Zeitgenossenschaft (nicht immer überzeugend und nicht immer ohne hippe Momentstimmung, wie könnte es bei Juryentscheidungen anders sein?).
Struktur-konservative Jazzkreise (in die wir hineinhorchen, aus denen wir aber nicht zitieren dürfen) sehen sich dadurch ausgegrenzt. Sie reagieren zum Beispiel verbittert auf die späte Ehrung von „Luten“ Petrowsky, 88 - und übersehen, das ihm der Albert Mangelsdorff Preis bereits 1997 überreicht wurde.
Der Frauen-Anteil (wie man früher zu sagen pflegte) rückt auch hier der dort schon praktizierten „Gleichstellung“ nahe, jedenfalls ist er viel höher als ihr Anteil an den Ausübenden (wie man sich heute ´rausreden kann), nämlich 20 Prozent.
Das kann man als Fortschritt sehen. Der aber auch eine unangemessene Seite hat: Marilyn Mazur in „Schlagzeug/Perkussion international“ vor Nasheet Waits und einem Neuerer wie Chris Dave, das klingt nach einer Neuauflage der Eva Kruse-Groteske vom letzten Jahr.
Der Kölner Bassist Sebastian Gramss war dreimal nominiert, ausgezeichnet immerhin zweimal: für ein in der Tat avanciertes musikalisches Projekt in der Kategorie „Rundfunkproduktion des Jahres“.
Zudem und vor allem und unter großer Geste auf der Bühne, für eine Ansammlung sozialkritischer Splitter, die fraglos seit dem 24. Februar 2022 in einem anderen Licht erscheint (eindrücklich personifiziert durch die aus Odessa stammende Sängerin Tamara Lukasheva).
Der nunmehr auch spenden-aktivierende Teil des Projektes steht außer Frage, seine Überschrift aber - Music Resistance - signalisiert einmal mehr die Bereitstellung eines ruhigen Gewissens, ohne die eine Veranstaltung so vieler Gutmeinender nun einmal nicht auskommen kann.
erstellt: 28.04.22
©Michael Rüsenberg, 2022. Alle Rechte vorbehalten

Am 1. Juni 1972 sitzt Badal Roy im Columbia Studio B:
Aber, wie es sich lebt, in derselben Gattung neben einem solchen Giganten, die Bürde, der Zwiespalt, sie klingen unvermeidlich jetzt in den Nachrufen mit an. Beispielsweise in diesem FAZ-Satz über Emil: 
Dass in der New York Times der Pop- und nicht der Jazzkritiker den Nachruf schreibt, ist kein Zufall.

Gleich noch mal „Live at Yoshi´s“ aufgelegt, den Mitschnitt aus dem Club in Oakland/CA aus dem Dezember 2000. Und gleich im Anschluß „Remember“, sein Tribut an Wes Montgomery aus dem August 2006.
Aus dem Juni 1967 kursieren Schnipsel durchs Internet, von einer sagenhaften Freitagnachmittag-Debatte im
Millers Schwerpunkt hatte sich da schon weg vom FreeJazz und mehr zur Populären Musik (in einem sehr umfassenden Sinne) verlagert, Und vor allem: zum

"Paul Jackson war ein ungewöhnlicher Funk-Bassist, denn er mochte es nie, dieselbe Basslinie zweimal zu spielen, also reagierte er während der improvisierten Soli auf das, was die anderen Jungs spielten", sagt Hancock in seiner Autobiografie "Possibilities". "Ich dachte, ich hätte einen Funk-Bassisten angeheuert, aber wie ich später herausfand, hatte er eigentlich als Kontrabassist angefangen.“