`tschuldigung, wir können ja auch nix dafür, dass dieser Mann mit bald einem jeden Konzert, an dem er beteiligt ist, in dieser Kolumne landet:
Philip Zoubek aus Tulln an der schönen blauen Donau, seit 2002 in Köln ansässig.
Er hat (in Bonn) Musik für avanciertes Tanztheater gemacht, er hat das präparierte Piano protegiert, jüngst das Fender Rhodes Electric Piano für den FreeJazz aufgewertet.
Und wenn er sich ans Piano setzt, wie beispielsweise bei Sebastian Grammss Slowfox, geht das Staunen weiter.

Zoubek Trio neu 1

Jetzt stellte er im Stadtgarten sein neues Trio vor, und da gab´s kein Halten mehr: eine freitonale Achterbahnfahrt, in der von Cecil Taylor und Paul Bley bis zurück zu Lennie Tristano viele Stationen aufscheinen, die diese Tradition mit Rasanz ausstatten.
Das alles sind allenfalls Wortmarken um festzuhalten, was da alles vorbeifliegt.
Denn Zoubek stellt Dominik Mahnig, dr, einen ganz anderen Rhythmusapparat zur Verfügung.
Natürlich schlägt auch Zoubek gerne drauf, er kennt Cluster, aber er ruht sich nicht darauf aus. Schon auf dem Wege dorthin laufen linke Spielhand und Kontrabass (David Helm) in höchster Expression parallel.
Das ist mitunter sauschwer, die Schlüsse kommen abrupt, sie klingen nach „geschafft!“.
Hin und wieder wechselt Zoubek im vollen Fluge das Notenpapier, findet gerade noch die korrekte Seite. Man möchte ihm in solchen Momenten Zeilen von Ernst Jandl dazwischen mogeln.
Er würde auch damit etwas anfangen, er kann gar nicht anders, die Rhythmusgruppe sitzt ihm im Nacken.
Es gab Momente in dieser Stunde, da ergriff einen dringlichst die Erkenntnis, warum man Musik hört und nicht ein Buch liest oder einen Film guckt.
Demnächst kommt eine CD.

erstellt: 05.09.18
©Michael Rüsenberg, 2018. Alle Rechte vorbehalten