Das nigerianische Gesundheitswesen steht unter europäischen Jazzliebhabern nicht in bestem Ruf.
Obwohl sie gewiß eine Begründung schuldig blieben, würde keiner von ihnen aus freien Stücken in ein OP in Lagos oder Abuja sich begeben.
Das könnte ein Fehlschluß sein - zumindest atmosphärisch dürften diejenigen in Nigeria bestens betreut sich fühlen, die auch im „operation theatre“ (ja, so heißt das OP im Englisch-sprachigen Raum) nicht von ihrer favorisierten Musik lassen wollen.
Eine Umfrage unter Personal und Patienten an einem nigerianischen Lehrkrankenhaus ergab, dass 89.5 % durchaus Musik im OP hören wollen, weil sie von deren Stress reduzierenden Funktion wissen. 97.5 % von ihnen halten eine geringe Lautstärke dabei für angemessen.
71.6 % - in Worten: einundsiebzigkommasechs Prozent - würden gerne ... Jazz hören!
11.7 % Reggae, 6.8 % Afrikanische Musik, 1.2 % Klassische Musik und 0.6 % Irish Folk (vielleicht eine Reinemachfrau aus Cork?).
Unterstellt, die Ergebnisse dieser Untersuchung werden am Bello University Teaching Hospital Shika-Zaria auch wirklich umgesetzt - wer möchte sich dort unters Messer begeben?
Und wer möchte lieber dem unmusikalischen Handwerk der Anästhesie vertrauen?
Krank in Nigeria
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