VARIOUS ARTISTS Visions of an Inner Mounting Apocalypse - A Fusion Guitar Tribute ****

01. Steve Lukather: Birds of Fire (John McLaughlin), 02. Mike Stern: Can´t stand your Funkm, 03. Steve Morse: Celestial Terrestrial Commuters, 04. Jimmy Herring: Meeting of the Spirits, 05. Jeff Richman: Jazz, 06. Frank Gambale: Dawn, 07. Warren Haynes: Lila´s Dance, 08. David Fiuchzynski: Faith, 09. Greg Howe: Dance of Maya, 10. John Abercrombie: Follow your heart

Steve Lukather, Mike Stern, Steve Morse, Jimmy Herring, Jeff Richman, Frank Gambale, Warren Haynes, David Fiuchzynski, Greg Howe, John Abercrombie
- g, Mitchel Forman - keyb, Kai Eckhardt - bg, Vinnie Colaiuta - dr, Jerry Goodman - v

rec 2004
Rough Trade/Mascot M 7117 2; LC-Nr 03090

Das Vorgänger-Album "A Guitar Supreme" (wie sich inzwischen herausstellt: der
erste Teil einer Trilogie) war eine echte Errungenschaft: John Coltrane unter dem Zugriff von Jazzrock-Gitarristen. Die Qualität jener Produktion erwuchs vor allem aus dem grossen stilistischen Abstand zwischen den Ehrenden und dem zu Ehrenden, der bis auf eine kurze Episode mit Wes Montgomery dem Instrument seiner Verehrer nicht viel abgewinnen konnte.
Mit diesem zweiten Projekt rücken beide Parteien zusammen, ja manche der Ausführenden hier sind Fleisch vom Fleische, vulgo: von Hause aus schon
McLaughlin-beeinflusst. Obendrein hat man aus der titelgebenden Periode noch einen "Zeitzeugen" verpflichtet: Jerry Goodman, den Violinisten aus dem ersten Mahavishnu Orchestra.
Soviel Nähe, wir ahnen es, begünstigt nicht gerade kühne Entwürfe, und so vertändelt dieses Produktion viel Zeit mit
McLaughlin-sound-a-like Musikanten.
Man möchte gerne Mäuschen sein bei einem Hörer, der es doch tatsächlich schafft, diesen Hurrikan heulender Gitarren en suite durchzustehen - bis zum süssen Ende. Bis zu
John Abercrombie, der aus dem Wahnsinn ausschert und ein Stück aus McLaughlin´s Akustik-Album "My Goal´s beyond" (1971) aufgreift, aber so interpretiert, als stamme es aus dessen letzter britischer Produktion "Extrapolation" von 1968.
Ich fürchte, es gibt niemanden, der bis dahin ohne die Hilfe der Fernbedienung aushält, denn nur mit Abkürzen und Überspringen ist dieser entsetzliche Gleichklang zu ertragen.
Darin ertrinken auch Feinheiten des Arrangements hier und da, beispielsweise schöne Shuffle-Spielereien von
Steve Lukather. Hochgradig nervig fällt auch die Mitwirkung eine szweiten Original-Mahavishnu-Mannes aus (Mitchel Forman), der mit seinen keyboard sounds offenkundig in den 80er Jahren hängengeblieben ist.
Bester Mann auf dem Platz ist kein Gitarrist, sondern
Vinnie Colaitua. Er deutet Rhythmen um, spielt mit Rafinesse und Eleganz, wie sie aus einer anderen Produktion zu stammen scheinen. Und er hat zuverlässig seine besten Momente dort, wo der Keyboardspieler erschöpft in den Seilen hängt.

erstellt: 05.09.05

©Michael Rüsenberg, 2005, Nachdruck verboten


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