Terri Lyne Carrington, Spitzenprofessorin in Bayern

Die Engführung der Felder „Forschung“ und „Jazz“, eine asymmetrische Affäre und musikerseits in einer Art Kategorienvelwechsrung betrieben, sie bekommt einen kräftigen administrativen Beistand.
Der Freistaat Bayern betreibt seit 2021 ein Spitzenprofessurenprogramm zwecks „Forschungsförderung auf höchstem Niveau“. Dazu wurde beispielsweise ein Experte für biologische Bildgebungsverfahren berufen oder eine Fachfrau für den Bereich Luft- und Raumfahrttechnik.
Eine solche Berufung ist „bei einer Laufzeit von fünf Jahren neben der Personalstelle mit einem Betrag von bis zu fünf Millionen Euro dotiert“.
Auch die Künste fehlen dabei nicht. So wurde zum Beispiel - um nur in unserer kleinen Welt zu verweilen - auch Rabih Lahoud ausgezeichnet; am 1. Oktober 2025 eingeführt als artist in residence bei der Monheim Triennale.
Er lehrt nun als Professor community music an der Hochschule für Musik in Würzburg (und man fragt, ob das in irgendeiner Weise Eindruck auf die kommunalen EntscheiderInnen an Rhein-Kilometer 714 machen wird).
Terri Lyne Carrington c Michael Goldman 975x650Die aus Sicht der Jazzszene prominenteste Berufung ist vergangene Woche erfolgt: Terri Lyne Carrington, bis dato Leiterin des von ihr gegründeten Berklee Institute of Jazz and Gender Justice in Boston, kommt ans Jazzinstitut der Hochschule für Musik in München. Bis Ende 2028.
Das kann man als Relativierung lesen, ist doch an „Kunsthochschulen (…) das SPP als Gastprofessurenprogramm ausgestaltet“.
Gleichwohl, die Berufung einer derart prominenten US-Musikerin wird das Gefüge unter den 18 Ausbildungsorten für Jazz in Deutschland in Bewegung bringen, und die HMTM München gegenüber Köln und Berlin promovieren.

Foto: Michael Goldman
erstellt: 03.02.26

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