Die Miles Davis Centennial Festspiele beginnen heute im Süden Londons.
Das Southwark Playhouse Borough (nahe Elephant & Castle) zeigt eine, wie es heißt, extended version von „Miles“ des Dramatikers Oliver Kaderbhai.
Uraufführung hatte das 2-Personen-Stück beim Edinburgh Fringe im Sommer letzen Jahres.
Neben mehreren anderen Rollen liegt der musikalisch aktive Part des Stückes bei dem bekannten Trompeter Jay Phelps (r), geboren 1982 in Vancouver, seit 1999 in London lebend. Das Bühnenbild zitiert das legendäre CBS Studio in New York City.
„Jay Phelps (spielt) die Rolle des Jay, eines zeitgenössischen Jazzmusikers, der nach Antworten sucht, während er sich fragt, was es braucht, um etwas wirklich Großartiges zu schaffen. Als Vergangenheit und Gegenwart aufeinanderprallen, fordert Davis Jay auf, sich mit seiner eigenen Identität als Künstler auseinanderzusetzen und dabei Momente aus seiner eigenen komplexen Geschichte wieder aufleben zu lassen“ (Programmheft).
Miles Davis wird gespielt von Benjamin Akintuyosi, in zwei Phasen seines Lebens, auch die in der berühmt-heiseren Stimmgebung.
Das Theater wirbt damit, „das Vermächtnis eines komplexen Mannes zu erkunden, dessen Musik Zeit, Ort und Rasse überwindet und gleichzeitig in all diesen Dingen verwurzelt ist“.
Ein nicht eben bescheidener Anspruch. „Miles“ läuft in London bis zum 7. März.
Drei Wochen später erscheint auf den Bühnen des riesigen 14. Big Ears Festival in Knoxville/TS die Miles Electric Band, die sein Neffe Vincent Wilburn Jr seit ein paar Jahren führt.
Im Gegensatz zum Album „That You Not Dare To Forget“ (Ron Carter, Marcus Miller, John Scofield, Lenny White, 2023) heuer mit einer weniger prominenten Alumni-Auswahl, u.a. Darryl Jones, Jean-Paul Bourelly, Robert Irving III.
Noch im Februar erscheint bei Reclam eine neue Miles-Biografie von Stefan Hentz und und und…
Foto: Colin J. Smith
erstellt: 04.02.26
©Michael Rüsenberg, 2026. Alle Rechte vorbehalten