Es ist der Gründungspianist der Band, Ethan Iverson, der in seriöser Form die Nachricht überbringt.
Die beiden anderen Mitglieder der lange als Trio agierenden Band - Reid Anderson, b, und Dave King, dr - stammeln Nämliches in einem selfie vor der eisesstarren Kulisse von Minneapolis:
„2026 is gonna be the last year of The Bad Plus“.
In der Folge 565 seines aufschlussreichen blogs Transitional Technology bedauert Iverson zunächst, dass die beiden vom Reststamm in ihrer „Botschaft“ vergessen hätten, die andere Hälfte der letzten Besetzung der Band als Quartett (Ben Monder, g, und Chris Speed, ts) zu erwähnen.
(Er selbst hätte gerne aber auch an seinen Nachfolger denken können, an Orrin Evans).
Was sich in diesem langen post zunächst wie eine Kollegenschelte ausnimmt, wechselt nach einem Zwischenschritt aber doch die Farbe, hin zu einem versteckten Selbstlob.
Der Zwischenschritt: die Abschiedstournee, nach 26 Jahren The Bad Plus, wird einen Grundgedanken der Band herausstellen: covers.
Zusammen mit Chris Potter, ts, und Craig Taborn, p, werden Anderson & King ab dem 3. März 2026 die Musik von Keith Jarretts Amerikanischem Quartett (mit Charlie Haden, b, Dewey Redman, ts, Paul Motian, dr) neu interpretieren.
(Erste deutsche Station: 29.03. Monheim am Rhein.)
Hatten wir das nicht jüngst, jedenfalls so ähnlich?
Richtig, Branford Marsalis spielt „Belonging“, mithin das Europäische Quartett.
„I´m a Keith Jarrett fan“, bekennt Iverson - hält aber dessen Kompositionen bestenfalls als gut geeignet für dessen „herausragende Bands“:
„Jarrett ist sicher kein Ornette Coleman oder Thelonious Monk, wenn es darum geht, sofort einprägsame Melodien zu komponieren.“
Und nun folgt der Farbwechsel in seinem Beitrag, der darin gipfelt, den BP-Bassisten zu promovieren:
„Certainly Reid Anderson is a better tune-writer than Keith Jarrett!“
Erst dann folgt der Hauptteil. Darin wendet Iverson sich dem Titel seines Beitrages zu „Structural Features of Early Bad Plus“.
Im Mittelpunkt das, was die Band populär gemacht hat, nämlich Rockmusik-covers.
Das liest sich gut auf Papier oder Monitor. Wer´s nachhört, mag dem nicht so recht folgen.
erstellt: 18.01.26
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