Was erwarten wir von einem Journalisten, der sich als "Der Kultur-Consultant"  zum Jazz äußert? Jedenfalls nix Gutes!
Heute im Hbf Hamm die Welt Am Sonntag gekauft, 3.20 Euro ausgegeben für nix Gutes. Auch das Feuilleton der WamS bietet Unkundigen eine Spielwiese, wo sie ihre Ahnungslosigkeit bis zur Dummheit ausbreiten dürfen.
Der Kultur-Consultant (Konstantin Richter) startet mit dem Gründungsmythos des Jazz, dem Dreiklang aus "Bordell, Tanzhalle und Honkytonk" im New Orleans des frühen 20. Jahrhunderts. Selbstverständlich ist ihm auch Herkunft des Jazz-Begriffes vertraut, er "bedeutet so etwas Ähnliches wie ´Geschlechtsverkehr´".
Richter wär´s recht, bei dieser Semantik wäre es geblieben, denn dann könnte man die jüngste Initiative von Jazzmusikern für einen starken Jazz nennen: "Initiative für einen starken Geschlechtsverkehr in Deutschland".
Darauf muss man erst einmal kommen als Kultur-Berater, äh-Consultant.
So eines Job ist es, Szenarien zu entwerfen, in diesem Falle, wie es wäre, wenn: wenn Julia Hülsmann & Co mit ihren Forderungen sich durchsetzten.
"Dann verdiente jede Big Band so viel wie die Berliner Philharmoniker, Hazy Osterwald (!) bekäme ein Denkmal vor dem Reichstag, und alle deutschen Gymnasiasten müssten lernen, gleichzeitig den ´Kriminaltango´ zu singen und die Posaune zu blasen."
Was in so einem Beraterhirn halt so herumschimmelt.....
"Nur lebendig, vielfältig und spannend wäre er dann nicht mehr" - der Jazz.
Zurück ins Bordell!

©Michael Rüsenberg, 2012. Alle Rechte vorbehalten