"Jazz is the teacher-" rumpelte es dunkel zu Free Funk-Zeiten bei James "Blood“ Ulmer", "funk is the preacher".
Das mochte einleuchten, wurde doch damit eine Beziehung benannt, die als musikalische Abstammungslehre hinreichend beglaubigt ist.
Die GEMA-Nachrichten in der
Folge 173 gehen den entscheidenden Schritt weiter und verleihen einem, der nicht nur im Sinne der Abstammungslehre, sondern auch wortwörtlich als "Lehrer" wirkt ... die Priesterwürde.
In einem historischen Husarenritt, der "kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges 1650" einsetzt und auf den 70. Geburtstag des Jazztrompeters
Manfred Schoof zielt (am 6.4.06; ja, diese Entdeckung kommt an dieser Stelle spät, aber sie kommt) schlägt ein Prof. Karl Heinz Wahren ("sounds like a law firm" pflegt V.G. hier einzuwerfen) mehrere Volten in einem Satz:
"Man möchte ihn ´weltoffenen Priester des modernen Jazz´ nennen, nicht nur wegen der rein räumlichen Beziehung zur Kirche, sondern wegen der Ernsthaftigkeit, wegen der fast sakralen Hingabe, mit der er Jazz spielt."
Bibelfeste Kreise, die noch nie einen Ton von diesem Mann gehört haben, werden Prof. Wahren (von der Agentur des "Wahren, Guten & Schönen“?) schon deshalb als
Heiden entlarven, weil ihm als erste Bedingung für seine Lobsprechung ("räumliche Beziehung zur Kirche") ausreicht, dass Schoof aus der "ehemals erzbischöfliche(n) Geburtsstadt Magdeburg" kommt und "als Heimatstadt seit Jahrzehnten die erzbischöfliche Diözese Köln" auserwählt hat.
Zusammen mit allen gemeinen Kirchensteuerzahlern werden sie bemängeln, daß in der Wahren-Aufzählung Schoof`scher Chrakterzüge solche priesterlichen Zuschnitts gänzlich fehlen, und auch eine Aussage wie "Manfred Schoof ist musikalisch ein Plural" gegen die Dreifaltigkeit vollkommen verblasst.



©Michael Rüsenberg, 2007. Alle Rechte vorbehalten