Der Bolero? Gangsta Rap? Rock´n´Roll? (Unter US-Soldaten im Irak, wie man bei Michael Moore sehen kann, synonym auch für "Attacke!") Deep House?
Ach was. Die Lösung, Freunde, liegt so nahe doch: es ist
unsere Musik!
Kein Quatsch!
"Der amerikanische Schriftsteller
Norman Mailer, der die Schwarzen um ´die Kunst des Primitiven´ beneidete, lag offenbar richtig, als er Jazz ´die Musik des Orgasmus´ nannte."
Dieser Satz krönt einen von zahllosen wissenschaftlichen Befunden in einem aufschlussreichen, salopp geschriebenen Buch:
Rolf Degen "Vom Höchsten der Gefühle. Wie der Mensch zum Orgasmus kommt" (Eichborn, 304 S., 19,90 €).
"Ein weiterer Schlag Mensch, der den
Akt ungewöhnlich häufig vollzieht, ist der Jazz-Liebhaber. Die Enthusiasten dieser ursprünglich schwarzen Musikrichtung machen um die 30 Prozent mehr Sex als die Durchschnittstypen. Kein anderer Stil der Tonkunst, nicht einmal Rock und Rap, ragen derart aus der grauen Masse heraus."
waitaminute!
Das ist ein Durchschnittswert, und nicht ein jeder von uns darf, wenn er an sich herabblickt, diese Monstranz emporhalten.
Zudem ist in dem Buch, das bald ein jedes Komma mit Quelle belegt, ausgerechnet dieser Wert nicht hergeleitet. Er stammt, wie der Wissenschaftsjournalist Degen auf Befragen erläutert, aus "der besten Studie über menschliche Sexualität", aus der er häufig zitiert (Student, John: No Sex, Please...We´re College Graduates. American Demographics, Februar 1998, S. 18-23).
Und, noch ein
showstopper: über Ursache & Wirkung ist mit der schönen Zahl gar nix gesagt!
Wenn
Joachim Ernst Berendt das noch erfahren hätte...

©Michael Rüsenberg, 2004. Nachdruck verboten