JAKSZYK, FRIPP AND COLLINS A Scarcity of Miracles **

01. A Scarcity of Miracles (Jakszyk/Fripp/Collins), 02. The Price we pay, 03. Secrets, 04. This House, 05. The other Man, 06. The Light of Day

Mel Collins - ss, as,fl, Robert Fripp - g, Jakko M Jakszyk - g, voc, gu zheng, keyb, Tony Levin - bg, chapman stick, Gavin Harrison - dr, perc

rec ?
Discipline Gobal Mobile DGM1101; LC 00614

Im Februar 2009 treffen zwei Gitarristen sich zu einem Jam: Robert Fripp, Jahrgang 1946, der Mastermind von King Crimson, eines premier Art Rock-Ensembles sowie Jakko Jakszyk, Jahrgang 1958, Gitarrist von Level 42, Mitglied der sich auf King Crimson berufenden 21st Century Schizoid Band, der - vor allem - diesen Traditionsstrang des britischen Art Rock mit seinem exzellenten Album „The bruised romantic Glee Club“ in die Gegenwart überführt hat. (In einer Nebenrolle auf diesem Album: Robert Fripp). Jakko ist, nebenbei bemerkt, Schwiegersohn des ersten King Crimson-Schlagzeugers Michael Giles (1969/70).
Der Ideenaustausch von 2009 hatte Folgen, nämlich dieses Album, dieses Quintett. Die amerikanisch/britische Rhythmusgruppe ist identisch mit der aus der aktuellen KC-Besetzung, Mel Collins - vielen wohl eher bekannt aus dem akustischen Wasserträger-Ensemble der Harald-Schmidt-Show - erscheint hier zum ersten Male seit 1974 wieder in einem King Crimson-Kontext.
cover-jakko-frippDenn just darum handelt es sich, wie schon das Cover ausweist, um „A King Crimson ProjeKct“. Anlass mithin zu großen Erwartungen - sie werden rasch reduziert, auf nahe Null.
Gratulation an denjenigen, der die Hälfte des mit 43:40 Laufzeit nicht gerade üppig bmessenen Angebotes durchgehalten hat und sich fragt, ob der Rest endlich herausführt aus dieser in mittleren Tempi schwelgenden, hohlen Unverbindlichkeit.
Nein, es wird sich nix mehr ändern. Diese Produktion stützt sich auf die Klangbilder der Vergangenheit (auch das gute, alte Melotron ist zumindest präsent), aber es mangelt an allem, was King Crimson über Jahrzehnte auszeichnete: prägnante Themen, Riffs, dynamische Kontraste, Formen-Vielfalt, Drama schlechthin, oder - um wieder einmal den Titel einer Produktion gegen sie selbst zu wenden - „Mangel an Geheimnissen“.
Eine knappe Dreiviertelstunde lang tut diese Musik so als ob...als habe man zum wiederholten Male einen Teebeutel wieder aufgegossen, mit Ingredienzien eines einst starken Inhaltes.
Die Lyrics sind nicht abgedruckt, und das ist auch gut so. Man möchte wirklich nicht in die Verlegenheit gebracht werden nachzuverfolgen, in wessen Name hier der Quark breitgetreten wird.

erstellt: 05.09.11
©Michael Rüsenberg, 2011. Alle Rechte vorbehalten

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