Herrschaften, was haben wir für wachsweiche Volksvertreter im Bundestag!
Unter dem Vorsitz von Sigmund Ehrmann (SPD, Moers) reden sie sich im Ausschuss für Kultur und Medien die Köpfe heiss, mit dem Ergebnis einer Spielstättenförderung, die in Teilen Befremden, Verwunderung und Verärgerung auslöst.
Die Kollegen an der Themse zeigen, wie man´s besser macht: sie fördern nicht Spielstätten draussen, sondern fordern eine drinnen, für sich!
Unter den Beschwerden über das Catering im Unterhaus, wie sie die International Business Times öffentlich macht, befinden sich Nörgeleien, dass kein Campari im Angebot sei oder - schon schwerwiegender - dass Kartoffeln nicht ins Gumbo gehören:
„Ich war in New Orleans und als ausgezeichneter Cajun-Koch, der ich bin, kann ich Ihnen versichern: Kartoffeln haben im Gumbo nichts zu suchen!“
Wirklich förderlich und modellhaft aber ist die Rüge eines MP, es spiele keine Jazzband auf, „während wir essen“.
Bei einem Etat von jährlich gut 6 Mio Euro, mit denen der britische Steuerzahler die Unterhaus-Kantine subventioniert, sollte jazz while we eat ja wohl drin sein.,
Die Abgeordneten würden bestimmt auch einen Jazz-Zuschlag aufs Bier zahlen: ein pint kostet im Parlament 2,06 €, im restlichen London  4,37 €.

erstellt: 29.01.14
©Michael Rüsenberg, 2014. Alle Rechte vorbehalten