Die SZ mag Helge Schneider. Auf der Seite Drei hat sie ihm unlängst ein Denkmal gesetzt.
Am 16.08.13, im Feuilleton, folgt sozusagen die fachliche Legitimation, eine Besprechung des neuen Albums "Sommer, Sonne, Kaktus!", mit allem pipapo des neuen Feuilleton-Stiles.
Ausser dem Titelsong, "als Sommerhit konzipiert", hat HS auch ein paar Standards drauf. Das ist so überraschend nicht, denn als Musikant, der er ist, beherrscht er passabel eine Reihe von Instrumenten, u.a. das Tenorsaxophon.
Schneiders Zugriff auf Gershwins "It Ain't Necessarily So" beschreibt der SZ-Rezensent nun so: "Die musikalische Skizzen-Kritzelei, das Abgelenkte, auch im positiven Sinn Phantasieverlorene hat er noch nie so konsequent verfolgt wie auf diesem Album. Das genau deshalb so klingt, als könne es jeden Moment in sich zusammenkrachen. Dann aber doch stehen bleibt."
"Geht in Ordnung. Sowieso. Genau!" könnte man hier mit Eckhard Henscheid antworten, wird schon irjenswie stimmen.
Aber die nächste Volte, die ist denn doch gnadenlos komisch: "Thelonious Monk, seinem großen Idol, war Helge Schneider kaum je so nah wie hier."
Mhm.
Wären wir Geografen, hätten wir bis dato den Abstand Monk >>> Schneider als grösstmöglichen angegeben. Da letzterer nun ein Stück spielt, nämlich "It Ain't Necessarily So", das erster auch interpretiert hat (z.B. im Februar 1957), wäre der Abstand folglich schon ein wenig verringert, Helge wäre Thelonious in der Tat "kaum je so nahe" wie jetzt - aber es trennen die beiden nach wie vor Welten.

erstellt: 19.08.13
©Michael Rüsenberg, 2013. Alle Rechte vorbehalten