Helmut Thoma, "der Doktor Helmut Thoma", promovierter Kirchenhistoriker und ex RTL-Chef, kehrt nach 7 Jahren zur Gattin heim - und findet alles unverändert vor. Einer der (wenigen) besseren Gags aus der neuen Harald Schmidt Show, die - weil in der ARD - nun "Harald Schmidt" heisst.
Bei der Musikkapelle ist alles unverändert, fast: Zerlett fehlt, aber
Jürgen Dahmen ist wieder da, Mel Collins und mein Freund "Thommy", Thomas Heberer - tp.
Wie ganz am Anfang der Harald Schmidt Show weiss man aber nicht, was die Musikanten sollen wollen. Meist hört man nix von ihnen, die Intonation wackelt, und den "Trommelwirbel" an der richtigen Stelle muss der Chef ordern, er
snare-t nicht von selbst heran.
Ob in diesem Klima je eine Ausgabe gelänge wie die, da der Thommy dem Chef
Miles Davis erklärt und jener der Kamera konsequent den Rücken kehrt?
Vielleicht hilft auch hier ein Wort des
Doktor Thoma weiter: "Ich schätze den Mann, aber er ist ein zum Kult gewordener Flop."
Den besten Harald Schmidt am Tag danach, in der Weihnachtsausgabe der
Süddeutschen, gibt einer aus dem seriösen Fach, der politische Hauptstadtkorrespondent Kurt Kister. Sein Beitrag "Meine Wunschliste" platzt nur so vor Gags und Einsichten, wie wir sie von Schmidt nicht (mehr) erwarten können.
Probe: "Mein Weihnachtsgeschenk für
Wolfgang Gerhardt: Eine Packung mit 20 Beuteln ´Mutmach-Tee´ aus dem Reformhaus. Zu trinken nach dem Aufstehen, nicht vor dem Schlafengehen" - um den "Junggesellen aus Bonn" (Stoiber) wegzuputschen, von Kister nur "Dings" geheissen.

©Michael Rüsenberg, 2004. Nachdruck verboten