Der oft (und oft nicht zu unrecht) vielgescholtene Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE, Mathias Döpfner, 60, interviewt …
den meist-beschäftigten Bassisten der Jazzgeschichte, Ron Carter, 89.
Selbst wer sich grob daran erinnert, dass Döpfner Anfang der 80er Musikkritiken für die FAZ geschrieben (und sie gelesen), dass er neben Musikwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaften in Ffm auch am Berklee College of Music in Boston studiert hat, und 1990 mit der Arbeit „Musikkritik in Deutschland nach 1945. Inhaltliche und formale Tendenzen, eine kritische Analyse“ promoviert wurde …
ist doch nicht wenig überrascht.
Der Milliardär ist weitaus lockerer gekleidet als der verehrte Künstler.
(„Tatsächlich kann mit dem Fahrrad zum Stelldichein zu fahren, sich unter Erwachsenen allenfalls noch ein Milliardär leisten“).
Gilt dieser schöne Satz von Hermann Peter Piwitt (1976) noch?
Hey, dies ist kein Date (=Stelldichein), dies ist die jüngste Folge von md meets:, Döpfner ist dort immer so gekleidet. Wenn er mit Aleksandar Vučić spricht, mit Alex Karp, Nigel Farage, Nile Rogers - nur bei Viktor Orbán macht er eine Ausnahme.
Ron Carter freilich ziert sich standhaft wie früher eine Angebetete: besondere Bandleader, besondere Momente jedweder Art zu benennen, weil er damit viele andere verletzten könnte.
Dieser Mr. Carter ist die Inkarnation des Understatements.
Wir schauen weiter…
erstellt: 16.09.26
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