Wirklich immer blitzgescheit, was Dr. Roger Willemsen zum Jazz zu sagen hat.
Die Verwandtschaft zu Joachim Ernst Berendt (1922-2000), physiognomisch bestechend, artikuliert sich zunehmend auch durch einen Predigerton, der offene Türen eintritt:
"Musik muss eine gewisse Form der Wahrhaftigkeit haben. Sie darf nicht verkitscht sein."
Das Ghetto, aus welchem dieser gute Hirte den Jazz befreien will, ist immer noch bestimmt vom "Bild des vollbärtigen Religionslehrers, der Pfeife rauchend Jazz hört."
Was muss der Jazz für eine dumme Musik sein, dass er scharfen Rauchverboten und Intimrasuren, die inzwischen den ganzen Körper ergreifen, zum Trotz immer noch den Typus Kulenkampff anzieht ("Drei Dinge braucht der Mann: Feuer, Pfeife, Stanwell").
Pfingsten 2013 tritt Willemsen in den Dienst der Jazz Rally Düsseldorf. Auch dort möchte er "Brücken bauen zum Jazz", wie er der RP verrät.
Zu jedem Stück, das er auflegt, erzähle er ... na was wohl? ...."eine Geschichte"!
"Und dann fangen die im Saal eigentlich auch immer schon an zu knutschen."
Das war bei den Berendt´schen Seminaren nicht anders. Nur mussten sie damals wirklich die Pfeifen ausklopfen und kurzfristig unter dem Saalgestühl deponieren.

erstellt: 16.05.13
©Michael Rüsenberg, 2013. Alle Rechte vorbehalten