Dieter Glawischnig, 1938-2026

Was sofort erinnert wird, ist ein Ton. Kein Musikton, sondern - auch noch vor der für ihn viele Jahre amtlichen Geste des Dirigenten - der Ton seiner Stimme.
Nie laut, eher gemurmelt und beiläufig, verschmitzt und vor allem in der schönen Färbung, die wir an den österreichischen Dialekten doch so hinreissend finden. 
Dazu passt seine Selbstaussage, die wir gleich zu Beginn in einem NDR-Nachruf finden:
„Wenn ich gelegentlich einmal laut werde, dann zucken alle - aber sie lachen auch bald!“ (Und lacht sich eins weg).
Ganz genau. Das war er. Der Glawischnig Sound!
Ehrlich gesagt, wir konnten nicht genug davon kriegen. Denn er war ja nicht nur zu seinem Selbstzweck da, zur Unterhaltung, sondern in diesem Sound kamen auch Bewertungen, Einsichten, Einschätzungen daher.
Da sprach eine Autorität, die sich wunderbar versteckt.
Und wenn der NDR-Intendant Hendrik Lünenborg (nordischer geht´s kaum) in seinem Nachruf schreibt: „Er verband höchste künstlerische Ansprüche mit einer großen Menschlichkeit und einem feinen Sinn für Humor“, dann hatte sein Redenschreiber ganz offenkundig einen guten Tag. 
Apropos Norddeutscher Rundfunk, dass der Sender bis in die höchste Spitze einen Österreicher feiert, hat seine besondere Bewandtnis.

---wird fortgesetzt

 

Dieter Glawischnig, geboren am 7. März 1938 in Graz, ist ebendort am 1. Oktober 2026 gestorben. Er wurde 88 Jahre alt.