Die Anerkennung für ihre Musik mag zwar in Europa deutlich größer sein als in ihrer Heimat, wie amerikanische JazzmusikerInnen häufig betonen.
Wenn’s aber um das Äquivalent in harten Penunzen geht, sprich in Form von Künstlerpreisen, wirkt selbst der dänische Jazzpar (1990-2004), heutiger Wert gut 26.000 Euro, wie Portokasse.
Im Rahmen der Doris Duke Awards entspräche der Betrag bestenfalls jenen 25.000 US-Dollar, die darin als Zuschuss zur Altersvorsorge ausgewiesen sind.
In der Hauptsache ausgeschüttet werden seit 2012 inzwischen 575.000 US-Dollar, an zuletzt jeweils sechs KünstlerInnen aus Jazz, Theater und zeitgenössischem Tanz.
Neben der Preissumme gewährt die Stiftung den Preisträgern auch „Unterstützung bei der beruflichen Weiterentwicklung, Dienstleistungen im Bereich Finanzplanung und -management sowie verbesserte Möglichkeiten zum Networking und für Auftritte“.
Die Auszeichneten des Jahres 2026 sind:
Val Jeanty, D-jane, sie stammt aus Haiti, unterrichtet in Berklee, und soll „Afro-Electronica“ vorangetrieben haben.
Makaya McCraven, Schlagzeuger aus Chicago, laut Stiftung „eine führende Stimme des Jazz“, dessen Bearbeitungen von Live-Improvisationen die Grenzen des Genres verschoben haben sollen (was die Jazzpolizei beim besten Willen nicht hören kann).
Schließlich Tomeka Reid, die sicher überzeugendste Wahl, sie hat in der Tat „die Rolle des Cellos im Jazz neu definiert“.
Reid ist überdies Darling der Juroren: 2022 kam sie in den Genuß der mit 800.000 US-Dollar noch mal wesentlich höher dotierten Mac Arthur Fellowship.
Damit steht sie nicht allein; der Violinistin Regina Carter gelang gleichfalls ein Double (Mac Arthur 2006, Doris Duke 2018).
Übertroffen nur noch von Steve Coleman (Doris Duke 2014, 2015, Mac Arthur 2014, damals noch 625.000 Dollar).
Ja, man darf ins Grübeln kommen, hüben wie drüben, der Deutsche Jazzpreis verursacht keineswegs exklusiv Stirnrunzeln.
Die von der Jazzgeschichte (Achtung, Achtung) wohl am ehesten legitimierte Selektion dürften die Doris Duke Awards des Startjahrganges 2012 gewesen sein: Don Byron, Bill Frisell, Fred Hersch, Vijay Iyer (auch Mac Arthur 2013, Nicole Mitchell.
Einen Donald Byrd, den das Jahr 2019, quasi post mortem, ausweist, erweist sich als Fehlaufreger: es handelt sich um einen Choreografen gleichen Namens wie der des vor der Jazzgeschichte gerechtfertigten Trompeters.

Doris Duke Awards 2026: Val Jeanty (3.vl.), Tomeika Reid (2.v.r.)
erstellt: 08.05.26
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