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LOUIS SCLAVIS L´imparfait des langues *******

01. Premier imparfait “a” (Sclavis, Brousseau), 02. L´idee du dialecte (Sclavis), 03. Pemier imparfait “b” (Sclavis, Brousseau), 04. Le verbe (Sclavis), 05. Dialogue with a dream, 06. Annonce, 07. Archéologie, 08. Deuxième imparfait, 09. Convocation (Delpierre), 10. Palabre (Sclavis), 11. Le long du temps, 12. Le´ecrit sacrifié, 13. Story of a phrase, 14. L´imparfait des langues

Louis Sclavis - cl, bcl, ss; Marc Baron - as, Paul Brousseau - keyb, g; Maxime Delpierre - g, Francois Merville - dr

rec 04.2005
ECM 1954 9877897; LC-Nr 02516

Der Guardian hat sich hier früh fest gelegt und das Album zu einen "album of the year contender, for sure" ausgerufen, also einen Kandidaten der Kategorie "Album des Jahres".
So sehr ein solcher Superlativ zum Widerspruch reizt, so wenig hat man gegenwärtig zur Hand, um dem Paroli zu bieten; hoffen wir also, daß wir am Endes des Jahres auf diesem Kandidaten nicht sitzengeblieben sein werden.
Nichts gegen "L´imparfait des langues", schon gar nicht, daß es nicht so rasch - wenigstens bei uns - eine Wertung aufdrängt wie der Vorläufer "Napoli´s Walls". Die Binse, daß eine Musik bei jedem Hören neue Perspektiven auftue, scheint freilich hier eine besondere Berechtigung zu haben: der Stilmix ist komplexer, Stücke ändern häufiger ihren Aggregatszustand, das rhythmische Panorama reicht von Rock
riffs, ja sogar Punk, bis frei-metrisch.
Kein Mensch kann bei einem ersten Durchhören den ganzen Reichtum erfassen. Wohl aber peu a peu den Eindruck verstärken, dass Altmeister
Sclavis sich nicht wiederholt und ein wirklich neues Projekte auflegt.
Wie bei "Napoli" verzichtet er auf einen Bassisten, mitunter fehlen denn auch die tiefen Frequenzen, die tiefen keyboard-Linien haben zu wenig Biß. Bis auf den Schlagzeuger tritt er mit einer neuen Mannschaft an, eine Generation jünger als er. Und es sind mal wieder Talente darunter, z.B.
Marc Baron, sicher auch Paul Brousseau, der nicht nur keyboards im engeren Sinne bedient, sondern auch für samples, generelle Elektronik und gelegentlichen Gitarren-Einsatz steht.
Wie gesagt, schön wäre, hätten die riffs mehr Bauch, würden sie von einem etatmäßigen Bassisten abgerundet - aber der ist, leider, auch in der Tournee-Besetzung nicht vorgesehen.

erstellt: 17.03.07

©Michael Rüsenberg, 2007, Nachdruck verboten