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VARIOUS ARTISTS Freeway Jam - to Beck and Back ***

01. STEVE MORSE Freeway Jam (Max Middleton), 02. JOHN SCOFIELD Over under sideways down (Dreja, Relf, Beck, McCarty, Samwell-Smith), 03. ERIC JOHNSON Beck´s Bolero (Jimmy Page), 04. ADAM ROGERS Led Boots (Middleton), 05. JEFF RICHMAN El Becko (Tony Hymas, Simon Phillips), 06. MIKE STERN Diamond Dust (Bernie Holland), 07. WARREN HAYNES The Pump (Tony Hymas, Simon Phillips), 08. CHRIS DUARTE Behind the Veil (Hymas), 09. GREG HOWE Blue Wind (Jan Hammer), 19. WALTER TROUT Brush with the Blues (Hymas)

Steve Morse - g, John Scofield - g, Eric Johnson - g, Adam Rogers - g, Jeff Richman - g, Mike Stern - g, Warren Haynes - g, Chris Duarte - g, Greg Howe - g, Walter Trout - g, Mitchel Forman - keyb, Stu Hamm - bg, Vinnie Colaiuta, Simon Phillips - dr

re. ?/2007
Mascot Records M 7226 2; LC-Nr 03090

Diese Reihe, 2004 am denkbar fernsten Punkt gestartet (nämlich einem Tribut an John Coltrane), hat sich rasch Verwandten und Vorbildern zugewandt: der dritte Tribut galt John McLaughlin, der fünfte Carlos Santana. Die sechste künstlerische Verbeugung unter Anleitung von Jeff Richman gilt dem Kollegen, der mutmaßlich unter Gitarristen aller afro-amerikanischen Fraktionen als der unbestrittene gelten Kann: Jeff Beck.
Symptomatisch dafür ein jüngeres Zitat von
Steve Vai, der ein bestimmtes Solo von Jeff Beck für "die bewegendste Performance einer elektrischen Gitarre in der ganzen Geschichte" hält.
Richman jedenfalls setzt 4 Ausrufezeichen hinter diesen Namen und bekennt, ohne jenen wäre er vermutlich nicht Gitarrist geworden (was die Welt in ihrem Lauf auch nicht verändert hätte).
Leider hat Richman die an sich löbliche Idee von Mal zu Mal weiter heruntergewirtschaftet, mit dem nun ebenso frappierenden wie überraschenden Resultat, dass den Gitarristen zu einem Heroen aus ihrem eigenen Kreisen herzlich wenig einfällt.
Den Kern der Misere enthält bereits das Eröffnungsstück: "Freeway Jam", der große Haudegen aus einer ganzen Reihe von Jeff Beck
Shuffles, wird hier spannungslos in einer Art "Dienst nach Vorschrift"-Haltung durchgewunken. Welten trennen dieses lustlose Scheppern von Becks eigenen Versionen, seien sie auf Tonträgern oder bei YouTube vorhanden (dort existiert eine, wo Beck & Hammer & Lukather das Stück geradezu ironisch in einen Raketenlauf stecken.)
John Scofield weicht in seiner Interpretation des alten Yardbirds-Klassikers "Over under sideways down" wenigstens ein bisschen von der hier verbreiteten Vorstellung ab, Jeff Beck sei am besten mit einem Schwall von Tönen gedient. Keiner läßt anklingen, was Jeff Beck wirklich ausmacht: Schlichtheit, Ökonomie sowie ein schier unfassbares timing. Die große Kunst dieses Gitarristen besteht ja nicht nur in der Produktion von Klang, wie sie nur noch in der von Jimi Hendrix sosehr aus diesem Instrument "spricht", sie besteht ebenso in der Beantwortung der Frage, wann ein Ton zu erklingen hat - und wann nicht.
Diese 10 Kollegen jedenfalls sind in ihrer Verehrung viel zu sehr vernebelt, um etwas zu erkennen, was sie in ihre Klangsprache übernehmen könnten. Viel lehrrreicher ist, sich ein paar YouTube-
Videos vom Original anzuschauen.

erstellt: 14.08.07

©Michael Rüsenberg, 2007, Alle Rechte vorbehalten