Unter den deutschen Jazzpreisen ist er der groteskeste.
Wann hat sich je ein Preisträger öffentlich über eine Auszeichnung gewundert, wo doch der Namensgeber ihn, den Ausgezeichneten, zeitlebens nicht beachtet habe?
(2013 Paul Kuhn über den Joachim-Ernst-Berendt-Ehrenpreis der Stadt Baden-Baden)
Seit 2012 inszenierte sich der Preis als Lachnummer in der Stadt, von der aus der Namensgeber die Frohe Botschaft der Improvisierten Musik jahrzehntelang in die Welt getragen hatte.
Ein Projekt völlig unabhängig von seinem Arbeitgeber, dem SWF/SWR, der ihn 1987 im Streit in den Ruhestand verabschiedet hatte; initiiert von einem ortsansässigen Sänger mit vagen Verbindungen zur Jazzwelt.
Die Witwe Jadranka Marijan-Berendt hatte ihm die Namensrechte in dem guten Glauben überlassen, damit dem guten Ruf ihres Gatten zu dienen.
Sie sah sich getäuscht, insbesondere die Auszeichnung 2018 (an Helge Schneider) steigerte ihren Argwohn bis zu einem kritischen Punkt.
Zusammen mit der Oberbürgermeisterin der Stadt, Margret Mergen (CDU), erstellte sie eine Liste mit Voraussetzungen für künftige Preisverleihungen an das Event Team B-Bad. Sie konnten - erwartungsgemäß - nicht erfüllt werden - „und sie haben mir die Rechte auf den Namen Joachim-E.-Berendt endgültig zurückgegeben“ (J. Marijan-Berendt).
Ob auch ihr lang gehegter Wunsch in Erfüllung geht, dass der nun wirklich renommierte SWR Jazzpreis (verliehen zusammen mit dem Land Rheinland-Pfalz) nach seinem Gründer JEB (1981) benannt wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.

erstellt: 17.08.18
©Michael Rüsenberg, 2018. Alle Rechte vorbehalten